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Warum wir Ankerwerke heißen – und was Registrierkassen damit zu tun haben

Eine Geschichte über Industriepioniere, einen Flugpionier, ein Fahrrad mit Federgabel und eine Agentur, die 2010 in Seligenstadt den Anker warf.
2009 · Die Idee

Ein Name, der etwas erzählt

Als sich Sylvia Weishaupt und ich, Holger Weishaupt, 2009 mit der Gründung unserer gemeinsamen Agentur beschäftigten, stand eines fest: Ein Name wie „Online Marketing Consulting" oder irgendetwas mit „Digital" oder „Solutions" kam für uns nicht in Frage. Wir wollten einen Namen, der etwas erzählt. Inspiriert hat uns damals die Agentur „Zum goldenen Hirschen" – das fanden wir einfach klug gedacht und sympathisch konsequent. Da wir beide das Meer lieben und im schönen Seligenstadt am Main leben – der für uns schon immer ein kleines Stück Küste ist – kamen wir recht schnell auf Ankerwerke. Ein Anker bietet Halt, auch in stürmischen Zeiten. Keine Markenrechte mehr vorhanden, die Domain frei. Also haben wir den Anker geworfen, und 2010 waren die Ankerwerke geboren.
Was uns bis heute begleitet: Wir bekommen regelmäßig Anfragen nach Registrierkassen und Steinbaukästen. Und das aus gutem Grund – denn den Namen haben wir nicht erfunden. Wir haben ihn von zwei echten Industriegeschichten geerbt. Die lohnen sich.
Bielefeld · ab 1876

Die Anker-Werke AG – Nähmaschinen, Fahrräder, Weltmarktführer

Begonnen hat alles 1876, als Carl Schmidt in Bielefeld seine Nähmaschinenfabrik gründete. Das Unternehmen wuchs schnell, wechselte mehrfach den Besitzer und den Namen, und nannte sich ab 1906 schlicht: Anker-Werke AG. Was hinter diesem unscheinbaren Namen steckte, war beachtlich.
1876

Gründung als Bielefelder Nähmaschinenfabrik Carl Schmidt

1894

Einstieg in die Fahrradproduktion

1900

Beginn der Registrierkassen-Produktion

1906

Umbenennung in Anker-Werke AG

1912

Produktion von Buchungsmaschinen und Büroequipment

1948

Ende der Fahrradproduktion – Konzentration auf Kassen und Rechentechnik

1976

Konkurs nach 100 Jahren Unternehmensgeschichte

Das Sichelrad

Das Anker Sichelrad mit charakteristischer Federgabel war das Topmodell seiner Zeit – beeinflusst vom amerikanischen Victor-Springfork-Bike. Heute ein begehrtes Sammlerstück.

Weltmarktführer

Die Anker-Werke waren zeitweise der weltweit zweitgrößte Hersteller von Registrierkassen – direkt hinter dem US-Konzern NCR. Bielefeld als Welthauptstadt der Ladenkasse.

Museum Bielefeld

Das Historische Museum Bielefeld besitzt bis heute eine der umfangreichsten Sammlungen dieser Maschinen in ganz Deutschland.
Das Anker Sichelrad
Anker Nähmaschinen, historisch
Anker Fahrräder, historisch
Anker Registrierkasse, historisch
Rudolstadt · ab 1880

Der Anker-Steinbaukasten – vom Flugpionier zum Spielzeugklassiker

Der berühmte Anker-Steinbaukasten stammt gar nicht aus Bielefeld. Er kommt aus Thüringen, genauer aus Rudolstadt, und hat eine ganz eigene Geschichte. Erfunden wurde der Steinbaukasten von den Brüdern Gustav und Otto Lilienthal. Otto Lilienthal kennt man als Flugpionier – weniger bekannt ist, dass er und sein Bruder auch ein besonderes Spielzeugkonzept entwickelten: kleine Steinchen in verschiedenen Formen und Farben, aus denen Kinder Gebäude bauen konnten. 1880 verkauften sie die Idee an den Verleger und Unternehmer Friedrich Adolf Richter aus Rudolstadt. Richter ließ das Konzept patentieren, verfeinerte die Produktion und brachte die Baukästen ab 1895 unter dem Zeichen des Ankers auf den Markt.
Warum ein Anker? Der stand für Halt, Stabilität und Verlässlichkeit – genau das, was man von einem soliden Baukasten erwartete.
1880

Brüder Lilienthal verkaufen die Erfindung an F. Ad. Richter

1895

Markteinführung unter dem Anker-Logo

1910

Friedrich Adolf Richter stirbt – Sohn Adolf übernimmt

1963

Produktionseinstellung in der DDR

1995

Neustart durch Georg Plenge auf Grundlage alter Vorlagen

OTTO LILIENTHAL, FLUGPIONIER

ANKER-STEINBAUKASTEN, HISTORISCH

Das Verbindende

Zwei Anker, eine Idee

Was die Bielefelder Maschinenfabrik und die Rudolfstädter Bausteinmanufaktur verbindet, ist mehr als ein Zeichen. Beide standen für handwerkliche Qualität, für Produkte, die halten, und für einen Namen, dem man vertrauen konnte. Dass ausgerechnet dieser Name 2010 für eine Kommunikationsagentur in Seligenstadt neu geankert wurde, war kein Zufall, sondern eine bewusste Entscheidung.
Und falls Sie noch eine Registrierkasse suchen, müssen wir Sie leider enttäuschen. Die haben wir wirklich nicht.
„Wir sind keine Maschinenfabrik und keine Spielzeugmanufaktur. Aber die Haltung passt: solide, erfahren, mit Tiefgang."
Holger Weishaupt · Gründer Ankerwerke